Gesundheit

Igelchen werden wie wir Menschen leider auch krank.

 

Du kannst vielen Krankheiten jedoch vorbeugen, wenn du dich an die zuvor genannten Haltungsrichtlinien hälst. Wenn du dich täglich mit dem Igel beschäftigst, fallen dir andere Verhaltensweisen oder körperliche Veränderungen schnell auf. Des Weiteren kannst du deinen Igel regelmäßig wiegen, denn eine erhebliche Gewichtsabnahme bedeutet in den meisten Fällen nichts Gutes.

 

Die unten genannten Krankheiten und Symptome sind nur ein Ausschnitt und die jeweiligen Symptome deuten nicht immer auf die jeweilige Krankheit hin! Stellst du Veränderungen fest, die unten genannt sind oder du bist dir nicht sicher, geh besser heute als morgen zum Tierarzt!

 

Einige Wehwechen des Alltags kannst du auch mit Mitteln der eigenen Hausapotheke behandeln. Diese findest du hier.

 

Quilling: Das sogenannte Quilling (Stachelwechsel) kannst du bei deinem Igel in den ersten 5-6 Monaten eines Jungigels feststellen (manchmal auch noch, wenn sie ausgewachsen sind).

Dies ist keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Wachstumsprozess. Dein Igel bekommt neue Stacheln und kann auch durchaus noch eine hellere oder dunklere Farbe bekommen. In der Zeit hat der Igel oftmals trockenere Haut und kratzt sich häufiger. Dies ist völlig normal. Solange du keine Krusten oder Milben entdeckst, musst du mit dem Igel nicht zum Tierarzt. Den Juckreiz deines Igels kannst du entweder mit einem pflanzlichen Spray (Vulnoplant) behandeln oder du mischst ab und zu Nachtkerzenöl (pflanzliches Öl aus der Apotheke) unters Futter.

 


Krankheit Anzeichen Ursache Reaktion
Durchfall grünlicher oder heller Kot Futterumstellung, schlechtes oder falsches Futter, Stress, Parasiten oder Darmerkrankungen

wenn nach zwei Tagen keine Besserung, bitte zum Tierarzt gehen!

Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Pilze schuppige Stellen an Bauch, Beinen,zwischen den Stacheln und an den Ohren; Juckreiz, Rötungen gehört zur physiologischen Hautflora des Igels und kann bei Stress oder geschwächter Immunabwehr ausbrechen (z.B.: zu rasche Futterumstellung bei Jungtieren) Vom Tierarzt abklären lassen, tägliches Bad in Terzolin oder betroffene Stellen mit Fungizid Spray (ölhaltig und pflegt die Haut) betupfen.
Wunde Füße rote und wunde Füße Falscher Untergrund (zu grober Sand, Gitter, kantiges Laufrad) Kleine Abschürfungen mit Betaisodonalösung, große offene Stellen beim Tierarzt behandeln
Milben ständiges Kratzen,Haut schuppig und gerötet, kleine schwarze Punkte zwischen den Stacheln Einschleppung der Milben durch Streu, Stroh oder anderer Tiere Bei schwerem Befall und Gewichtsabnahme den Igel nach Absprache mit Tierarzt baden - sonst Behandlung mit Stronghold.
Wenn Milben abgetötet sind, Terrarium komplett reinigen und Einstreu wechseln
Stachel- bzw. Haarausfall großflächiger Stachel-/Haarverlust Mangelerscheinungen, Infektionen, Pilz Umgehend zum Tierarzt
Schnupfen
häufiges Niesen, Ausfluss aus der Nase (wird meist von den Igel gleich wieder weggeleckt)
schwache Immunabwehr, zu kühle Temperaturen

Zum Tierarzt

Sinupret- und Echinacin Tropfen, Schüsslersalze Nr. 3

Ohrenentzündung
eitrige Sekretion aus dem Ohr, im Fortgeschrittenen Stadium Gleichgewichtsstörungen Bakterielle Infektion

Umgehend zum Tierarzt, Abstrich machen lassen, Antibiotika-Therapie

Blasenentzündung Blut im Urin, verminderte Futteraufnahme vor allem zu kalter Boden Tierarzt aufsuchen, Antibiotikabehandlung
"Einfrieren" langsamere Bewegungen, "Starre", verminderte Reaktion, kalte Füßchen und kalter Bauch oft trotz ausreichender Temperatur im Terrarium, bei kalten Außentemperaturen Igel mit einem Tuch auf eine Wärmflasche legen, Wärmelampe sofort aktivieren und Fressen bereitstellen
Wobbly-Syndrom extrem taumelnde und eingeschränkte Bewegungen nicht bekannt Umgehend zum Tierarzt (das WHS-Syndrom ist nicht heilbar!)
Krebs rapide Gewichtsabnahme, eigenartiges Verhalten, erfühlbare Veränderung am Körper (Tumore) nicht bekannt

Umgehend zum Tierarzt (im frühen Stadium besteht Heilungschance)

Rachitis Knochenverformung, Igel bleibt im Wachstum zurück, fortschreitende Lähmungserscheinungen Mangel an Calzium und Phosphor in Verbindung mit Vitamin D3 Umgehend zum Tierarzt

 

Der "Igelpilz"

Vom Igel auf den Menschen übertragbarer Hautpilz

 

In letzter Zeit häuften sich Berichte von Igelhaltern bei denen sich entzündliche Veränderungen der Haut an den Händen zeigten, nachdem sie Kontakt mit ihren Tieren hatten.

Ursache für diese entzündlichen Hautveränderungen unter denen einige Igelbesitzer leiden ist der sogenannte Trichophyton erinacei, ein hoch ansteckender Pilz der durch unsere stacheligen Freunde übertragen werden kann.
Beim Trichophyton erinacei handelt es sich um eine eigene Pilzart, die hauptsächlich durch Igel übertragen wird (vorzugsweise exotische Arten).

Symptome beim Menschen sind meist:

  • juckende, gerötete Haut im Bereich der Hände, vorzugsweise nach Kontakt mit den Tieren (immer wieder auftretend)
  • bullöse Dermatitis (blasenbildendes Ekzem/Ausschlag) im Bereich der Finger

Wer von diesen Symptomen betroffen ist, sollte seinen Hautarzt aufsuchen und um eine histologische und mykologische Untersuchung bitten, da der Pilz so nachweisbar ist und bei der Vorstellung beim Arzt unbedingt auf die Haltung exotischer Igel hinweisen, da nur so die Symptome richtig gedeutet werden können!

 

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:
Die Behandlung mit 200 mg Itraconazol (Schluckkapseln) täglich über vier Wochen oder Terbinafin 250 mg täglich über zwei bis vier Wochen und zusätzlich
Isoconazol/Diflucortolonvalerat Creme auf den betroffenen Hautstellen hat sich sehr bewährt.

Selbstverständlich sollte die Therapie individuell mit dem Dermatologen abgeklärt werden.

Sollte der Pilz noch im Anfangsstadium sein, könnt ihr Fungizidspray probieren.


Betroffene Igel sollten mit stachelfesten Handschuhen gehandelt werden.
Bei einigen Igeln kann die Infektion völlig symptomlos verlaufen, treten Symptome auf sind diese wie folgt:
*Stachelausfall, trockene, schuppige Haut, krustige Beläge

(Es kann aber auch passieren, dass der Igel keine Symptome zeigt und nur der Halter betroffen ist. Ursache hierfür ist meist ein geschwächtes Immunsystem des Halters.)

 

Tipps für den Tierarzt:
Die Behandlung der betroffenen Tiere sollte mit oraler Itraconazolpulstherapie dosiert auf 100 mg pro kg Körpergewicht in drei einwöchigen Zyklen mit Pausen von ebenfalls einer Woche erfolgen.
Der Befall mit diesem Pilz bedeutet nicht zwangsweise die Aufgabe seines Hobbys. Mit der richtigen Therapie und Vorsorge kann man dennoch seine stacheligen Lieblinge weiter pflegen.

 

Bislang war diese Pilzart beziehungsweise sein Auftreten bei unseren Exoten eher unbekannt und wurde daher oftmals falsch behandelt, was zu einer Verschlechterung oder gar eines dahin schleichen des Zustandes über mehrere Monate führte. Die Behandlung mit Cortison und antibiotischen Salben führen zu einer wesentlichen Verschlechterung und verlängern zudem das Pilzleid.
Mit den neusten Erkenntnissen kann der Pilz sowohl beim Menschen als auch beim Tier behandelt werden.
Man sollte jedoch bei der Behandlung die nötige Geduld aufbringen und den expliziten Anweisungen seines Arztes Folge leisten um den Pilz bekämpfen zu können und die Symptome abklingen zu lassen.
Während der gesamten Behandlungszeit sollte das/die betroffene(n) Tier(e) nur mit oben erwähnten stachelundurchlässigen Handschuhen angefasst werden um eine erneute Ansteckung beziehungsweise Verschlechterung zu vermeiden.
Auch sollte auf die komplette Behandlung des Tieres geachtet werden, dann steht der Liebe zwischen Halter und Tier auch kein Pilz mehr im Wege.
Wir weisen darauf hin, dass die Behandlungsmöglichkeiten Vorschläge von Dermatologen sind und auf Erfahrungen mit betroffenen Patienten beruhen, jedoch
individuell zwischen Betroffenem und Arzt abgesprochen werden sollte und nicht den Gang zum Arzt und Tierarzt ersetzen. Wenn ihr betroffen seid beziehungsweise oben genannte Symptome an euch oder eurem Tier entdeckt sucht bitte mit dem Hinweis auf Verdacht auf den oben genannten Pilz einen Hautarzt und/oder Tierarzt auf um eine rasche Behandlung zu erhalten. 

 

Wir wünschen allen Betroffenen gute Besserung!

 

©Katharina Müller-Sauck im Auftrag des EHCE e.V. März 2010 (www.ehce.de)

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